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Long Slow Goodbye
 
 

Schulschluß

Am 24 Juli wurden die Pforten unserer Schule geschlossen und somit ging ein erfolgreiches Schuljahr zu Ende. Nach einer gelungenen Send Off Paty und einem letzten gemeinsamen Fufu mit meinen Schülern hieß es Abschied nehmen von vielen vertrauten Gesichtern und guten Freunden.

die Mädels beim Fufu pounden
Bevor ich mich auf meine letze Reise quer durch Ghana begab, bekamen wir doch noch die Zusage  für die finanzielle Unterstützung unseres Computerraum Projekts. Unsere Schule verfügt über zwei Computerräume mit je 30 und 25 Computern. Die 25 Computer im  Computerraum 2 sind doch schon etwas in die Jahre gekommen und ein effizientes Arbeiten war nicht mehr möglich. Lange Wartezeiten und die ständigen Ausfälle erschwerten das Unterrichten bei einer Klasse mit 30 Schülern. Mit der Unterstützung aus Österreich konnten wir 16 neue Computersysteme und das nötige Equipment für das Aufrüsten von  14 vorhandenen Computern bestellen. Unsere vier Praktikanten aus dem Computer Technology Department übernahen den Zusammenbau der Computer und sämtliche Installationen - und ich konnte meine Reise antreten.


Last Trip

Vorfreude machte sich breit, denn in der Umgebung um Tamale wartete eine Gaumenfreude auf mich: gebratener Käse. Da es in Ghana so gut wie keine Milchprodukte gibt, geschweige denn Käse, war der Genuß dieses Käses eine nette Abwechslung. Tamale ist ein "Dorf" mit 250.000 Einwohnern und Hauptstadt der Northern Region. Zur Zeit herrscht Regenzeit und die Landschaft, die sonst trocken und staubig ist, hat sich in ein kleines grünes Paradies verwandelt.

Nach einigen Tagen Aufenthalt in Tamale und Bolgatanga gings weiter nach Paga. Die Stadt an der Grenze zu Burkina Faso hat eine besondere Attraktion zu bieten. In einem kleinen Teich tummeln sich mehr als 200 Krokodile, welche für die Einwohner heilig sind. Der Geschichte nach ist jeder Einwohner Pagas mit einem dieser Krokodile verwandt und sollte ein Einwohner sterben, so stirbt auch das Krokodil. Und umgekehrt.

Vorerst genug Nervenkitzel ... meine Reise führte mich in den äußersten Nordosten. In der Nähe von Bawku, irgendwo im Nirgendwo, wohnt Gideon.  Er ist Absolvent unserer Schule und hat in der Don Bosco Tischlerei gearbeitet, bevor er wieder zurück in sein Heimatdorf zog. In diesem Teil Ghanas wohnen die Menschen noch in traditionellen Rundhütten und außer der Landwirtschaft gibts hier nicht viel zu tun. Wenn sich schon mal ein Obruni in dieser gottvelassenen Gegend blicken lässt, dann muss dieser auch jeden und alles greeten. Greeten ist Volkssport Nr. 1 in Ghana – man begrüßt sich, wechselt ein oder zwei Sätze und geht wieder seiner Wege. Nach einem ganzen Tag des Grüßen spürte ich abends ein leichtes Stechen in der Kniegegend, denn die Tradition schreibt vor, in die Knier zu gehen, wenn man ältere Personen grüßt – und es leben hier viele Menchen die älter sind als ich.

ein typischer Compound aus Rundhütten
Es ist auch selsbstverständlich, dass Männer hier mehr als nur eine Frau haben. Gideons Vater hatte zu seinen besten Zeiten acht, mittlerweile muß er sich mit vier begnügen. An Nachwuchs mangelt es jedenfalls nicht.
Giedeon (stehend) und ein Teil der Familie

Trotz der Regenzeit war es im Norden immer noch drückend heiß und so freute ich mich auf mein nächstes Ziel. Die hügelige Landschaft in der Volta Region sorgte für Abkühlung. Doch bevor ich in Hohoe, mit 30.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt dieser Region, eintreffen sollte, erwartete mich noch eine 19 Stunden Fahrt mit allem was dazu gehört. Ich habe mit einer längeren Reise auf Grund der katastrophalen Zustände der Straßen in der Regenzeit gerechnet, aber 19 Strunden für ca. 300 km … allein der Gedanke an diese Holperfahrt lässt meine Gesäßmuskeln zusammenzucken.

In der Gegend östlich des Voltastausees traf auch Marian wieder zu mir. Wir besuchten das höchstgelene Dorf Ghanas, unternahmen kleinere Wanderungen und ließen uns von den hiesigen Wasserfällen beeindrucken.

Anschließend besuchten wir unseren Freund Isaac in Krokrobite und genossen ein paar Tage am Strand, bevor wir uns mit frischem Blut aus Österreich (Jonathan und Georg) wieder in Richtung Sunyani begaben.